Pro Swissmetro Newsletter November 2011

10 November, 2011
DIE SWISSMETRO AG IST LIQUIDIERT – DAS PROJEKT SWISSMETRO LEBT WEITER !!

Newsletter von Rudolf Mettler, Präsident seit der GV 28.5.2011

GRUSS – DANK – INFORMATIONEN – NEWS Chur, 7. November 2011

1. Liebe Mitglieder von Pro Swissmetro

Auch wenn seit den letzten Pro Swissmetro News vom Dezember 2010 keine Nachrichten mehr an Sie, unsere werten Mitglieder, gegangen sind, so heisst dies keineswegs, dass bei uns Stillstand oder Funkstille herrscht. Nein, ganz im Gegenteil! Seit unserer letzten GV vom 28. Mai 2011 in Spiez darf ich als neuer Präsident den Verein leiten. Mit dem verkleinerten und erneuerten Vorstand entwickelte sich eine intensive Aktivität.

2. Dank

Ich danke Ihnen auch im Namen des Vorstandes ganz herzlich für Ihre treue Mitgliedschaft in unserem Verein Pro Swissmetro. Auch wenn es für Sie als Vereinsmitglied bei uns keine grossen Vergnügungen zu erleben gibt, so dürfen Sie doch das Bewusstsein haben, dass Sie mit Ihrer Mitgliedschaft zukunftsorientiert das grossartige High-Tech Projekt SWISSMETRO unterstützen. Sie dürfen sich zu den Pionieren zählen, welche sich für eine nachhaltige Lösung für die ständig zunehmende Mobilität im Personenverkehr in der Schweiz einsetzen.
Swissmetro gewinnt je länger je mehr an Bedeutung. Unser Vizepräsident, Dr. Ing. Vincent Bourquin, hat vor kurzem an der internationalen Maglev-Konferenz in Korea teilgenommen. In mehreren Ländern auf der ganzen Welt werden neue Technologien für Hochgeschwindigkeitszüge entwickelt, geplant, gebaut oder sind schon in Betrieb, z.B. ‚Tube Train’ in Korea, ‚Transrapid’ in China etc. In der Eröffnungsrede hatte Prof. Eisuke Masada aus Japan ausdrücklich die Swissmetro als einen Weg in die Zukunft erwähnt, obschon Japan dieses Jahr beschlossen hat, selbst eine Schnellbahn mit eigener Technologie zu bauen.
Das Projekt Swissmetro ist in der Schweiz nur mit breiter Unterstützung der Bevölkerung zu realisieren. Deshalb ist Pro Swissmetro so wichtig! Zu diesen Promotoren dürfen Sie sich als Vereinsmitglied zählen. Seien Sie stolz darauf. Dieses Verhalten verdient Achtung!

2. Generalversammlung Samstag, 28. Mai 2011, in Spiez / BE – Personelles

Das Protokoll der GV wird Ihnen mit der Einladung zur nächsten GV im Jahr 2012 zugestellt. Das wichtigste Traktandum war die Erneuerung des Vorstandes:
Martin Heusi hat zu diesem Zeitpunkt seinen Rücktritt vom Präsidentenamt sowie das Ausscheiden aus dem Vorstand erklärt. Zur Übernahme des Präsidiums haben Rudolf Mettler und Bernhard Eugster kandidiert. Die Wahl in geheimer Abstimmung ergab eine Mehrheit für Rudolf Mettler. Er ist ein ‚Mann der ersten Stunde’, hat die wechselnde Geschichte des Projektes Swissmetro aus nächster Nähe miterlebt und auch an der Hauptstudie 1994-1998 als Bau-Ing. mitgearbeitet. Diese profunde Kenntnis garantiert eine Kontinuität. Seine unermüdliche Begeisterung für das Projekt Swissmetro wirkt immer wieder ansteckend!
Gleichzeitig haben weitere 4 Vorstandsmitglieder ihr Ausscheiden aus dem Vorstand erklärt, Stefan Malär, Philipp Eberhard, Beat Meier und Marianne Raemy. Damit fehlen leider junge Leute im Vorstand. Sie stehen alle voll im Berufsleben und können in ihrer Freizeit nur beschränkt Kapazitäten für die ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand aufbringen. Deswegen war es ihnen nicht möglich, die zusätzliche Belastung durch die erweiterten Ziele von Pro Swissmetro (nach der Liquidation der Swissmetro AG) mitzutragen.
Wir danken bei dieser Gelegenheit Präsident Martin Heusi und den vier ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für die geleistete Arbeit.

Zur Ergänzung des verkleinerten Vorstandes konnte einzig René Haag, Ing. in Chur, gewonnen werden, der mit Akklamation gewählt wurde. Somit besteht der Vorstand jetzt aus 5 Mitgliedern:
· Mettler Rudolf Präsident, dipl. Bau-Ing. ETHZ/SIA/FGU, Mitarbeiter der Hauptstudie im Bereich Infrastruktur, seither ständige Weiterentwicklung. Gründungsmitglied von Pro Swissmetro.
· Bourquin Vincent Vize-Präsident, Dr. es sc. techn. Ing. EPFL, numerische Simulation der Aerodynamik im Tunnel und Experte für Elektromechanik berührungsloser Systeme.
· Armin Hartmann Kassier seit vielen Jahren, Führung der Mitgliederliste und der Buchhaltung.
· Berhard Eugster Vorstandsmitglied seit GV 2010, beruflich im Finanzwesen tätig.
· Haag René Dipl.Ing ETH/SIA und Bertriebs-Ing.SIB, bis 2001 Gesamt-Projektleiter der Vermessung Gotthard-Basistunnel sowie der geodätischen PräzisionsÜberwachung der Täler mit 3 Stauseen über dem Tunnel.

Anlässlich der Vorstandssitzung am 18. Juni 2011 konnten folgende Delegierte zur Verstärkung
gewonnen werden:
· Stefan Haller, Informatiker, als neuer Webmaster.
· Yves Trottet, Ingenieur EPFL, Teilhaber von BG Ingénieurs Conseils in Lausanne. Experte für Sicherheit in Tunnel, technische Koordination der Hauptstudie 1994-1998.
· Claude-Alain Schmidhalter, dipl. Bauing. EPFL, Teilhaber von Schmidhalter & Pfammatter
Ingenieure AG in Brig. Mitarbeit am Projekt Swissmetro an der EPFL unter Prof. Descoeudres.

3. Stossrichtungen unserer Aktivitäten

An der GV 2010 haben wir den Zweckartikel unseres Vereins erweitert. Dies war nach der
Liquidation der Swissmetro AG unbedingt notwendig. Es geht jetzt nicht nur um die Unterstützung des Projektes Swissmetro mit möglichst vielen Vereinsmitgliedern, sondern auch um die technische
Weiterentwicklung und insbesondere auch um die politische Akzeptanz des Projektes in der
Bevölkerung und bei den Entscheidungen der Behörden.
Mit diesem Ziel haben wir in mehrfacher Hinsicht Aktivitäten begonnen

4. Bekanntmachung in der Öffentlichkeit:

4.1 Der Flyer wurde neu gestaltet: << SWISSMETRO die METRO durch die SCHWEIZ >>
Er gibt eine übersichtliche Information zur heutigen Sicht des Projektes Swissmetro.

4.2 Swissmetro Netz 2011
Dieses haben wir neu überdacht. In Anlehnung an die Variante A der Hauptstudie (1994-1998) wurde das Netz modifiziert: Rückgrat bildet die West-Ost Achse von Genf–Lausanne–Bern–Luzern–Zürich und von Zürich nach Basel. Vorgesehen sind Erweiterungen von Zürich nach St. Gallen mit Anschluss Richtung München. In Genf ist eine Erweiterungen nach Lyon sinnvoll. Dadurch werden wichtige Zentren und Flughäfen in der Schweiz und im nahen Ausland miteinander verbunden.
Im politischen Trend liegt der Anschluss der Südostschweiz mit einer Linie von Zürich nach Chur zur Erschliessung der Tourismusregion Graubünden (die ‚Ferienecke der Schweiz’).
Die wichtige Nord-Süd-Achse soll durch die NEAT von Basel über zwei getrennte Wege nach Italien (Gotthard und Lötschberg) sichergestellt werden. Hier ist die Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene prioritär. Eine Verkürzung der Reisezeiten im Personenverkehr wird jedoch mit der konventionellen Eisenbahn nicht in dem Masse wie beim Projekt Swissmetro möglich sein.
Der SLOGAN Zürich – Bern in 12 Minuten
gilt nach wie vor, auch wenn die Strecke über Luzern führt. Wir wollen, wie in der Variante A der
Hauptstudie, mit Luzern den Zentralraum der Schweiz bedienen und dort auch den Anschluss an die Gotthard-Achse der NEAT sicherstellen.
Damit diese kurze Reiszeit eingehalten werden kann, müssen bauliche Vorkehrungen getroffen werden, damit bestimmte Züge in Luzern ohne Zwischenhalt verkehren können.
Ebenso gilt der SLOGAN Genève – Lausanne en 12 minutes weiterhin.

Zu Überdenken sind auch die Standorte der Bahnhöfe. In der Hauptstudie sind sie konsequent in die Zentren der Agglomerationen, d.h. unter die bestehenden Hauptbahnhöfe gelegt worden, um eine gute Anbindung an den Regionalverkehr zu gewährleisten. Zudem sind die Flughäfen miteinander zu verbinden. In Zürich könnte dies kombiniert werden mit einer unterirdischen Swissmetro-Station direkt unter dem SBB Flughafen-Bahnhof, wo die Anschlüsse zum öffentlichen Verkehr (Bahn, Tram, Bus) sowie zum Individualverkehr mit Park and Ride längst bestehen. Deswegen wurden am 31. Mai 2011 mit einem kompetenten Vertreter von der Flughafen Zürich AG diesbezügliche Gespräche geführt.

4.3 Presse - Das Projekt Swissmetro ist in Zusammenhang mit einem parlamentarischen Vorstoss vom 21.9.2011 (Nationalrat Grin) in der Presse mehrfach erwähnt worden. Daraufhin hat Pro Swissmetro reagiert und verschiedenen Tageszeitungen einen Kurzartikel zugesandt, in der Deutschschweiz wie in der Romandie.

5. Politische Aktivitäten

5.1 Vernehmlassungsvorlage ‚Finanzierung und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (FABI)’
Das UVEK, Departement von Frau Doris Leuthard, hatte am 31.3.2011 die oben erwähnte Vorlage den interessierten Kreisen zur Stellungnahme zugestellt. Wir waren nicht unter den Empfängern, haben aber aus eigener Initiative uns an der Vernehmlassung beteiligt, wie an der GV 2011 angekündigt.
Es gelang uns eine fundierte Stellungnahme (26 Seiten, in deutscher und französischer Sprache)
fristgerecht am 1. Juli 2011 einzureichen. Dabei galt es, nicht nur das Projekt Swissmetro aus heutiger Sicht in Erinnerung zu rufen, sondern die zahlreichen Vorteile vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht (niedriger Energiebedarf) und zur Schonung der Umwelt (kein Landverbrauch, keine Immissionen) gegenüber der konventionellen Schienen-Bahn aufzuzeigen. Da die Vernehmlassung schon zahlreiche Einzelprojekte von insgesamt über 42 Milliarden Franken vorsah, konnte auch die Finanzierbarkeit von Swissmetro aufgezeigt werden, indem alle Projekte auf der West-Ost Achse herausgenommen wurden, die durch das Projekt Swissmetro wesentlich besser und nachhaltiger erfüllt werden können. Zwei Beilagen wurden angefügt:
1. Einige Gedanken zur Verkehrspolitik in der Schweiz von Rodolphe Nieth, Februar 2011
2. Unsere Eisenbahn-Grossprojekte von Martin Schilt, Februar 2011.
Unser Ziel ist, dass das Projekt Swissmetro in die Evaluation der zahlreichen Bahnprojekte als
echte Alternative miteinbezogen wird, zumal Swissmetro viele Vorteile bringt, nachhaltiger wirkt
und andere Projekte zu ersetzen vermag. Ohne eine grundlegend neuartige, innovative und
zukunftsweisende Alternative bleibt die Debatte über die künftige Bahnpolitik, bei der es um riesige
Summen geht, in den bekannten Pfaden des stückweisen Ausbaus stecken, ohne Aussicht auf einen
grossen Entwurf. Man erinnere sich an die Eisenbahnpioniere vor 150 Jahren, als innert weniger
Jahrzehnte ein durchgehendes Schienennetz entstand, auf das wir heute noch stolz sein können.
Es scheint uns sinnvoll, dass für die Planung und Weiterentwicklung des Projektes Swissmetro der Bund die Finanzierung übernimmt, wie er auch bei den Grossprojekten NEAT und Bahn 2000 diese in Auftrag gegeben und getragen hat.

5.2 Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern

Noch vor den Eidg. Wahlen haben wir zahlreiche Politiker und Entscheidungsträger angeschrieben unter dem Slogan Stau auf der Autobahn Stehplatz im Zug Wie weiter in der Verkehrspolitik ?
Eine CD mit wichtigen Informationen zur Bahnpolitik und zur Raumplanung in Zusammenhang mit dem Projekt Swissmetro (inklusive unserer Stellungnahme zu FABI) wurde in deutscher und französischer Sprache zusammengestellt und zahlreichen Persönlichkeiten zugestellt. Diese Informations-CD kann jederzeit den fortschreitenden Erkenntnissen angepasst werden. Vorgesehen ist eine zweite Kampagne jetzt nach den Wahlen.

6. Technische Weiterentwicklung des Projektes Swissmetro

Zunächst gilt es, die noch anstehenden Problemkreise zu identifizieren. Als vordringlich erweisen sichzwei Gebiete:

6.1 Die Maglev-Technologie, d.h. die vier elektro-magnetischen Komponenten für das berührungslose Tragen und Führen des Fahrzeuges sowie für den kontaktlosen Antrieb und die Energieübertragung. Dieses bildet ein Gesamtsystem, welches nicht von bisherigen Entwicklungen und Realisierungen im Ausland (z.B. Transrapid) unverändert übernommen werden kann. Wohl bestehen grundlegende Studien aus der EPFL, jedoch fehlen die Detailentwicklungen bis zur industriellen Fabrikation.

6.2 Testcenter im Versuchsstollen Hagerbach SG. Die VersuchsStollen Hagerbach AG (VSH) prüft ständig neue bautechnische Verfahren im Tunnelbau. In der umfangreichen Stollenanlage hat uns die Direktion schon vor Jahren zugesagt, einen Tunnelabschnitt von ca. 25 m Länge kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es gilt nun mit einer Arbeitsgruppe abzuklären, mit welchen Einrichtungen möglichst viele Komponenten und Eigenschaften eines künftigen Swissmetro-Tunnel getestet werden können, wobei die Dauerhaftigkeit und die Langlebigkeit der Konstruktion im Vordergrund stehen.
Fest steht, dass der Swissmetro-Tunnel auf Dauer gasdicht sein muss, damit eine Reduktion des
Luftdruckes (und damit auch des Luftwiderstandes bei hohen Geschwindigkeiten) erhalten werden kann. Dazu eignet sich ausschliesslich eine Innenauskleidung aus Stahl, der mit selbstverdichtendem Beton hinterfüttert wird. R. Mettler hat schon vor Jahrzehnten als Bau-Ing. und Projektleiter solche Stollen für Wasserkraftwerke im Ausland gebaut. Diese Konstruktion darf mit Recht als ‚Mettler-Tunnel’ bezeichnet werden. Ein grosser Vorteil ergibt sich durch die Dichtigkeit, indem das Bergwasser im Fels zurückgehalten wird und somit keine Folgen für den Wasserfluss im Gestein und keine Probleme mit der Entwässerung des Tunnels entstehen. In der Schweiz sind noch keine solchen Tunnel gebaut worden, obschon sich diese Technik für jede Art des Tunnelbaus (Bahn, Strasse, Stollen etc.) eignet.

6.3 Als weitere Entwicklungsbereiche erweisen sich die Konstruktion des Fahrzeuges (druckdicht,
Verhalten in Kurven) sowie die unterirdischen Stationen mit druckdichten Schleusen zwischen Perron und Fahrzeug. Auch hiezu bestehen von R. Mettler konkrete Vorstellungen.
Ziel ist, das Projekt Swissmetro zur Ausführungsreife zu bringen.
Dafür sind Führungs- und Projektstrukturen aufzubauen, ähnlich wie sie für die Hauptstudie 1994-1998 bestanden haben, mit einer Zusammenarbeit vieler kompetenter Partner und Institutionen (z.B. EPF Lausanne, ETH Zürich, Fachhochschulen, private Ing.-Büros etc.).

7. Ausblick

Es bleiben grosse Anstrengungen bis zum Erreichen unseres Fernzieles, nämlich die Realisierung von Swissmetro, sei es in politischer wie auch in technischer Hinsicht. Das kleine Team des Vorstandes und aktiver Delegierter ist allein selbstverständlich nicht dazu in der Lage.
Unser Aufruf geht an Sie, liebe Mitglieder, mit der Frage, wer Personen kennt,
die ehrenamtlich mitarbeiten wollen und:
· Beziehungen zu Politikern und Entscheidungsträgern haben, und/oder
· Fachkenntnisse mitbringen z.B. in Elektro-Mechanik, Maschinenbau, Fahrzeugbau,
Sicherheitstechnik etc.
Durch Ihre Mitgliederbeiträge sind wir in der Lage, das Projekt Swissmetro in der Öffentlichkeit und bei politischen Behörden immer wieder in Erinnerung zu rufen. Auch suchen wir Kontakte zu Institutionen (Hochschulen) und Industrien. Die weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit muss vorangetrieben werden, was sehr grosse finanzielle Ressourcen erfordert.
Die Mitgliederbeiträge sind im Moment leider noch die einzigen finanziellen Mittel, die uns
weiterhelfen. Wir sind daher sehr interessiert, dass wir weiterhin auf Sie zählen dürfen und dass wir die Anzahl Mitglieder erhöhen können. Ich appelliere deshalb an Sie, helfen Sie mit, neue Mitglieder zu werben.
Vielleicht können Sie auch Sponsoren oder Firmen und Stiftungen für diese gute Sache gewinnen.

Mit meinen besten Grüssen Rudolf Mettler, Chur
Euer Präsident von Pro Swissmetro dipl. Bau-Ing. ETH/SIA/FGU